Samstag, 22. Juni 2013

Monterey & San Francisco



Annika:

Monterey - Whale Watching

Auf dem Weg nach Monterey auf dem Highway 1 konnten wir noch etwas Besonderes erleben: Zahlreiche Seeelefanten in freier Natur ließen sich in einer Bucht beobachten.


See-Elefanten


















Wir hatten zuvor von einer deutschen Familie erfahren, dass von Monterey aus Walbeobachtungstouren angeboten wurden. In weiser Voraussicht aßen wir wenig zum Frühstück und zogen uns warm an. Um 14:00 Uhr legte unser Boot ab.

Das Wetter war grau, die See stürmisch und der Wind kalt. Es war ein fantastischer Ausflug. Das Boot kämpfte sich tapfer durch die Wellen. Innerhalb kürzester Zeit war vielen Leuten kalt oder schlecht. Andi und ich standen sogar meist vorne am Bug oder seitlings an der Reling, um keinen Wal zu verpassen. Zum Teil musste man sich mit aller Kraft am Geländer festhalten, sich gegen den Wind stemmen und ständig die Bewegungen des Bootes ausgleichen.

Whale Watching - Boot


Tatsächlich sahen wir zwei Arten von Delfinen und Buckelwale und Blauwale!
Aufgrund der hohen Wellen, der Gischt und weil es schwierig ist, die nur kurz auftauchenden Wale zu fotografieren, gibt es leider keine Fotos. :)


Andi:

San Francisco
San Francisco begann erst mal mit einer Horrorfahrt durch x Autobahnabfahrten, Kreuzungen, etc.  in der Nähe des Flughafens, wo unser Motel sein sollte. Dummerweise haben wir nicht mehr nachgeschaut wo es sich genau befindet oder wie es heißt, weil wir das später im Mc Donalds (gratis Internet) erledigen wollten. :)
Also suchten wir erst mal ewig lang einen Mc und dann unser Hotel. Schließlich und endlich fanden wir es dann doch noch.
















Der nächste Tag begann viel besser.
Unser Ziel war erst mal das Zentrum der Stadt und natürlich die berühmte Golden Gate Bridge, bei der Annika gar nicht verstehen kann, wieso „die Menschen immer so ein Aufhebens um diese Brücke machen“.





















San Francisco sieht einfach schon super aus wegen der vielen viktorianischen Häuser, die wirklich was Besonderes sind, und natürlich wegen den teilweise extrem steilen Straßen.
Das Wetter war wolkenlos und nach kurzer Suche fanden wir sogar einen gratis Parkplatz für 2 Stunden.
Wir spazierten ein wenig am Ufer entlang und sahen von dort sehr gut auf die Gefängnisinsel Alcatraz und die GG-Bridge.



Wir besuchten ein paar berühmte Punkte in der Stadt und gingen gegen späteren Nachmittag in den Golden Gate Park, ein wirklich schöner Park, der meiner Meinung nach den Central Park bei weitem übertrifft. Alles ist hier viel schöner bepflanzt (besseres Klima?) und viel dichter und natürlicher.
Und er ist fast genauso riesig.






Gegen Abend suchten wir uns nochmal einen schönen Blick auf die GG-Bridge in der Abendsonne.
Eine wirklich tolle Stadt mit ganz eigenem Flair!











Seven Sisters
















(Wir sind übrigens stolz darauf dass wir während unserer ganzen Zeit in San Francisco keinen einzigen Dollar für Parkgebühren ausgegeben haben, obwohl  man laut so manchem Reisebericht 15$ und mehr für manchen Parkplatz bezahlen muss.)

Santa Monica / Los Angeles



Annika: Unsere Zeit in den USA vergeht wie im Flug! Bald werden wir LA verlassen und uns auf den Weg nach Ecuador machen. Mir geht es wieder sehr gut. Nachdem ich die Erkältung einfach nicht los wurde, besuchte ich eine Arztpraxis in Page. Ein netter Arzt hat mir ein Antibiotikum verschrieben, das sehr gut gewirkt hat.



Fast schweren Herzens ließen wir die Nationalparks in Utah/Arizona hinter uns und machten uns auf in den „Golden State“ Kalifornien.







 
Ein paar Tage verbrachten wir in Santa Monica/Los Angeles. Die Pazifikküste mit den vielen Stränden, den Palmen und den Promenaden, wo man allerlei verrückte Künstler und Musiker sehen kann, ist echt sehenswert.

Venice Beach



Venice Beach


















Ein Highlight war allerdings, dass wir Tina (eine Freundin aus Vorarlberg) besuchen konnten, die hier eine Sprachschule besucht. Für mich war sie wie ein Stück Heimat in Amerika und wir haben uns sehr über ihre Gesellschaft beim gemeinsamen Bummeln durch die Third Street Promenade und den Pier in Santa Monica oder beim Ausflug nach Hollywood und Beverly Hills gefreut. :)


 
Santa Monica Pier



















Bei Tina ist das Insulinpäckchen angekommen, das meine Mutter mir „als Geschenk“ per Post geschickt hat. Danke an alle, die dafür gebetet haben!
















Von Santa Monica aus fuhren wir auf dem Highway 1 Richtung San Francisco. Der Highway 1 ist eine Küstenstraße mit beeindruckender Sicht auf den Ozean. Als wir in Santa Barbara übernachten wollten, konnten wir keine günstige Unterkunft finden.  Wir sahen nicht ein, so viel für einen Schlafplatz zu bezahlen, also schliefen wir in unserem Mietauto. Das tun doch Weltreisende?! – Trotz genügend Fettpölsterchen spürte ich meine Knochen am nächsten Tag und Andi fror nachts aufgrund fehlender Fettreserven. :)

Bei der Weiterfahrt machten wir einen Abstecher nach Solvang. Solvang ist ein von Dänen gegründetes Dorf, das hauptsächlich aus Fachwerkhäuser im dänischen Stil besteht. Wir kamen hier an einem Bastelgeschäft vorbei, indem man basteln konnte. Schön, dass ich auch auf der Weltreise Gelegenheit habe, meinem Hobby nachzugehen. Und Andis und meine Bastelkünste lassen sich doch wirklich sehen! :)









Donnerstag, 6. Juni 2013

Ein Erlebnis



Annika: Weil wir bis jetzt eher unpersönliche, informative Blogeinträge geschrieben haben, möchte ich euch von einem Erlebnis berichten, welches mich sehr gefreut hat.

Nachdem wir uns den Grand Canyon angeschaut haben, fuhren wir weiter Richtung Monument Valley. Beim Grand Canyon Nationalpark haben wir uns einen 80 Dollar - Jahrespass für alle Nationalparks gekauft, da die Eintrittspreise recht hoch sind und sich so ein Pass für unsere Besuche wirklich lohnt. Den Pass haben wir brav an den Innenspiegel unseres Autos gehängt.
Auf der Fahrt zum Monument Valley sahen wir einen rundlichen, älteren Indianer am Straßenrand stehen, der versuchte, mittels Auto stoppen eine Mitfahrgelegenheit zu finden.
Wir beschlossen, ihn mitzunehmen. Obwohl er stark nach Alkohol roch (wie klischeehaft!), wurde es eine interessante Fahrt. Er erzählte uns einiges über die Gegend um Monument Valley und erklärte uns die Namen verschiedener Felsen. Er zeigte uns auch eine Unterkunft aus Holz und Sand, die die Indianer früher bewohnten. Wir erfuhren, dass er fünf Kinder hatte, die er alleine großziehen musste, da seine Frau früh gestorben war.
Er wollte uns am nächsten Tag unbedingt eine „grand tour“ durch das Monument Valley geben, doch wir lehnten vorerst höflich ab, obwohl er uns leid tat. Der Preis erschien uns zu hoch und schließlich wussten wir nicht, in welchem Zustand wir ihn am nächsten Tag antreffen würden. Wir fuhren ihn bis zu seinem Haus in dem trostlosen Ort Monument Valley. Es erfüllte mich echt mit Unbehagen und Traurigkeit, als ich sah, wie die Indianer hier in dem Reservat leben. Ärmlich und dreckig.

Wir fanden schließlich ein recht günstiges Motel 30 Meilen vom Monument Valley entfernt. Am nächsten Tag entschieden wir uns für einen Ausflug in einen kleineren recht unbekannten Nationalpark, der 3 beeindruckende "natural Bridges" aus Stein aufweist. Auf der Fahrt dorthin sagte Andi plötzlich "Annika, wo ist eigentlich unser Pass?". Unser Jahrespass für die Nationalparks war verschwunden! Wir suchten überall und versuchten uns zu erinnern, wo wir ihn das letzte Mal gesehen hatten. Wir waren uns beide nicht sicher, doch wir vermuteten, dass der Pass noch am Spiegel hing, bevor wir den Indianer mitgenommen hatten.
Dass der Indianer, dessen Namen wir nicht aussprechen konnten, den Pass gestohlen hat, erschien uns unwahrscheinlich.
Plötzlich fiel mir ein, dass ein sehr starker Wind gegangen war, als wir mit dem Indianer die historische Unterkunft besichtigt hatten. Könnte es möglich sein, dass der Wind den Pass aus dem Auto geweht hat, als wir die Türen öffneten?

Es war eine unbefriedigende und ärgerliche Angelegenheit. Wir hatten den Pass ja erst für einen Nationalpark nutzen können und wir waren ja auf dem Weg zu einem Nationalpark, der wieder Eintritt kosten würde. Wir waren frustriert.
Also betete ich, dass wir auf einen netten Park-Ranger treffen würden, der uns vielleicht einen neuen Pass gibt oder uns zumindest trotzdem gratis in den Park lässt. Ich betete auch, dass wir den Pass vielleicht finden könnten.
Bei den Natural Bridges angekommen, sprachen wir mit einem Ranger am Eintrittstor. Er sagt uns, dass er uns keinen neuen Pass geben könne. Wir hatten zwar noch unseren Kassenbeleg, aber er sagte, er könne nichts für uns tun. Er überlegte und sagte dann, dass er uns glauben würde, dass wir den Pass wirklich verloren haben, und dass er uns gratis hineinließe. Es gab noch eine etwas merkwürdige Situation, weil sich ein alter Kriegsveterane unheimlich für uns aufgeregt hat und fand, dass die Ranger einen "lousy job" machen, weil sie uns keinen neuen Pass ausstellten. Schließlich fragte ich den Ranger, was wir bei den anderen Nationalparks machen sollen, und er meinte, dass wir es jedes Mal versuchen sollten, hinein zu kommen, aber dass es ganz davon abhängt, welchen Ranger wir sprechen würden. Normalerweise könne man uns nicht einfach gratis hineinlassen.

Wir dankten ihm und ich erzählte ihm, dass ich gebetet hatte, dass wir auf einen netten Ranger treffen würden, und dass er dieser nette Ranger sei.

Wir verbrachten einen aufregenden Tag bei den Natural Bridges und genossen eine wunderbare Fahrt Richtung Monument Valley, das wir uns im Abendrot anschauen wollten.

Der verlorene Pass ärgerte uns trotzdem und wir erfanden stets neue Theorien, wo und wie der Pass verloren gegangen sein könnte. Da beschlossen wir, nochmal zu der alten Indianerunterkunft zu fahren, und dort im Sand zu suchen, obwohl es uns sinnlos erschien. Der Wind könnte den Pass, sollte er wirklich dort aus dem Auto geweht worden sein, schon meilenweit weggetragen haben.

Andi versuchte an die exakt gleiche Stelle zu fahren wie am Vortag. Schon aus dem Autofenster sahen wir etwas kartenähnliches im Sand stecken. Wir mussten nicht mal suchen! Da lag unser Pass! Mitten im Wüstensand, nicht weit weggeweht! Wir hätten Stunden danach suchen können, wäre er nur ein paar Meter weiter zwischen die Büsche geweht worden. - Und vor allem wussten wir ja nicht mal sicher, dass er hier verloren gegangen war.

Es war wirklich ein schönes Erlebnis und ich bin Gott so dankbar, dass er das Gebet erhört hat. Andi hat sich auch sehr gefreut.

Ich beschloss, dem Ranger ein Email mit diesem Erlebnis zu schreiben, weil er so nett zu uns gewesen war. Ich bekam postwendend folgende Antwort:

This is an email I was VERY happy to receive.  I am really glad you found your pass and the story has such a happy ending. I am sorry for the unpleasant scene in the Visitor's Center and thank you for your kindness throughout.
Thank you for praying for me! I hope the rest of your trip is happy and rewarding.
Ranger Gordon“ (das fettgedruckte hat übrigens der Ranger fettgedruckt gemacht :-))

Auch wenn einiges auf unserer Reise nicht so verläuft wie gedacht (meine Krankheit, die mich immer noch ans Bett fesselt oder andere Verluste und ärgerliche Erlebnisse), weiß ich, dass Gott Gebete erhört und für uns sorgt – so wie es für uns das Beste ist.


on scenic roads...



Annika und Andi: Es ist schon eine Ironie, dass Las Vegas, eine Stadt die als Mekka für Entertainment, Spaß, Party und nicht zuletzt für die Fähigkeit der Menschheit steht, eine beeindruckende, glitzernde Millionenmetropole in der Wüste zu errichten, ausgerechnet von so faszinierenden Landschaften umgeben ist.
Diese Naturwunder übertreffen Las Vegas sowohl in  Größe, Farbenpracht und Abwechslung um ein Vielfaches.

Kein Wunder, dass man am Straßenrand sehr oft „scenic road“ / „malerische Straße“ liest.
Das größte Problem an diesen Straßen ist wirklich, dass man nicht weiter kommt. Man kann kaum ein paar Meilen fahren, ohne dass man stehen bleiben muss und ein Foto von den sich ständig ändernden Panoramen machen will.
Grand Canyon



Wir besuchten zuerst den Grand Canyon, und ließen uns von diesem Naturweltwunder beeindrucken. Menschen werden verschwindend klein. Wir wagten uns sogar ein Stück weit in den Canyon hinunter.






Monument Valley

Um das Monument Valley mit den bizarren Felsbrocken aus rotem Gestein zu erkunden, übernachteten wir zwei Mal in dem netten Ort Bluff. Von dort aus unternahmen wir auch einen Ausflug zu „Natural Bridges National Monument“ und fuhren eine unbekannte, aber spektakuläre Straße mit atemberaubenden Ausblicken entlang.



Ausblick von einer scenic Road :)

Natural Bridge

Wir fuhren dann über den Canyonlands Nationalpark nach Moab.
Leider kam die Erkältung von Annika wieder zurück, noch schlimmer als zuvor. Bis jetzt ist sie nicht wirklich gesund, und Ausflüge in den Arches Nationalpark unternahm Andi allein.
Dafür hatte Annika Zeit, mit ihrer Familie und ein paar Freunden zu skypen und zu chatten, worüber sie sich sehr gefreut hat!

Double O Arch












Sonnenuntergang im Arches NP










 





Nachdem wir eine weitere sehr „scenic“ (eines unserer Lieblingswörter derzeit) Road durch den Capitol Reef Nationalpark gefahren sind, bewunderten wir noch die farbigen „Hoodoos“ (hohe Felsnadeln) des Bryce Canyon.

Mit Überzeugung sagen wir nun das, was in fast jedem Reiseführer steht:
„America, the beautiful!“

frühmorgens bei einem Ausflug